Betriebsärzte, Fehlzeiten, Effekt auf Fehlzeiten BETRIEBSÄRZTE UND DEREN EFFEKT AUF FEHLZEITEN
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Neben den Gehaltszahlungen ist der zweitgrößte Kostenfaktor für ein Unternehmen die schlechte Gesundheit der Beschäftigten. Die gute Nachricht ist jedoch, dass bei einem richtigen Management die Arbeitnehmer nicht lange krank sein müssen. Dieser Artikel, ein Teil der HR Best Practices-Serie des CRF Institutes, verdeutlicht anhand des „Best Practice in HR“ am Beispiel des niederländischen Top Arbeitgebers Essent, dass ein Betriebsarzt eine positive Wirkung auf die Reduzierung von Fehlzeiten haben kann.




Einige Experten sagen, dass die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit in Europa sich von unter 40 Stunden vor drei Jahren auf 41,8 Stunden erhöht hat. In den Unternehmen wird mehr Arbeit auf weniger Arbeitnehmer umverteilt. Daher müssen sich die Unternehmen in ganz Europa vor allem auf eines konzentrieren: das Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter.

Obwohl ein Wellbeing-Konzept schwierig zu definieren ist, sind die Auswirkungen von kranken Mitarbeitern durchaus messbar. Dieser Artikel zeigt auf, wie wichtig es ist, dass die HR-Direktoren die Notwendigkeit, sich auf so grundlegende Dinge wie die Schaffung einer Wellbeing-Kultur zu fokussieren, nicht länger ignorieren können.

Laut Mercers neuestem Pan-European Health & Benefits Report sind 19 % der europäischen Unternehmen von steigenden Fehlzeiten betroffen (bei einem durchschnittlichen Verlust von 1,2% des BIP). Zu den Hauptkrankheitsursachen (der zweitgrößte Kostenpunkt für Arbeitgeber nach der Gehaltszahlung) gehören Stress, Müdigkeit und die damit verbundenen psychischen Erkrankungen.

Die gute Nachricht ist, dass Arbeitnehmer weder krank werden, noch lange krank sein müssen, wenn Sie einem verantwortungsbewussten HR-Management unterstehen.

Sich der gesundheitlichen Auswirkungen von langen Arbeitszeiten bewusst zu werden, bedeutet zugleich eine willkommene Reaktivierung von Gesundheits- und Wellbeing-Strategien.

Das CRF Institute – das Unternehmen hinter den Top Arbeitgeber- Zertifizierungen –hat eine europaweite Datenerhebung zusammengefasst, aus der hervorgeht, dass eine direkte Korrelation zwischen dem Einsatz von Wellbeing-Strategien und sinkenden Fehlzeiten besteht (so z.B. in den Niederlanden, in denen Prävention und Förderpolitik ein hoher Stellenwert zukommen, wodurch die kurzfristige Abwesenheitsrate (weniger als 365 Tage) auf 3-4% fällt).

Vergleichsweise ist in einem Unternehmen mit Betriebsarzt eine Verringerung der Abwesenheitsrate wesentlich höher, als bei einem Unternehmen ohne einen solchen. Frau Marieke Smit, HR Health Manager von Essent, ist sich dieser empirischen Tatsache sehr bewusst. Die niederländische Firma (zertifiziert als Top Arbeitgeber Nederland 2011) ist einer der größten Energieunternehmen in den Niederlanden, mit einem Umsatz von 6,1 Billionen Euro. Über verschiedene Standorte zeichnen sich bei Essent fünf Betriebsärzte für ca. 4.000 Mitarbeiter verantwortlich und die Abwesenheitsrate sinkt stetig – momentan liegt die durchschnittliche Fehlzeit bei 3,5%. (Durchschnittliche Fehlzeiten im Jahr 2010 – bei 365 Tagen).

"Das niederländische Recht besagt, dass ein Arbeitgeber verpflichtet ist, einen Betriebsarzt zu stellen, der anders als ein Allgemeinmediziner, spezialisiert auf Krankheiten am Arbeitsplatz ist. Durch die anonyme Untersuchung der Mitarbeiter durch den hauseigenen Arzt, kann dieser Ihnen konkrete Änderungsvorschläge zur Verbesserung der Arbeitssituation geben und somit gesundheitsbeeinträchtigende Faktoren ausschalten und deren Gesundheit erhalten.”

So verringere sich nicht nur die Anzahl der Tage verlorener Produktivität, sagt Frau Smit von Essent, man könne auch hier ansetzen und präventive Maßnahmen definieren. Welche Faktoren verursachen die steigenden Fehlzeiten und was kann getan werden, um diesen Anstieg zu stoppen. Sie meint dazu: „Wir haben zum Beispiel für unsere Human Resources und Manager ein Toolkit erstellt, um Vorort die Anzeichen von psychischen Erkrankung erkennen zu können.”

Essent hat bereits ein Team von spezialisierten Betriebsärzten aufgestellt. Der nächste Plan, so Frau Smit, ist es, mehr die Case Manager auf zentral-verantwortlicher Ebene zu etablieren und die Ärzte als zweiten Ansprechpartner zu positionieren. „Bei Beschwerden brauchen Menschen nicht immer einen Arzt, aber Sie brauchen jemanden der sich um Ihre Bedürfnisse kümmern kann.”

Ob Betriebsarzt oder Experte, wenn der Mitarbeiter in einer gesundheitlichen Form begleitet wird, sinken die die Fehlzeiten nachweisbar. Vor nur ein paar Jahren hatte ein Großunternehmen in Großbritannien eine Abwesenheitsrate von

7% unter seinen Mitarbeitern, mit einhergehenden Kosten von 1Millionen £ pro Tag. Nach der Einführung von Vorsorgeuntersuchungen und Kliniken die von Experten an 90 Standorten geleitet werden, sank die Abwesenheitsrate innerhalb von drei Jahren auf 4,5%.

Wichtig ist vor allem die Erkenntnis, wie ausschlaggebend gesundheitliche Vorsorge und Versorgung am Arbeitsplatz ist – so wie bei den besten Top Arbeitgebern in ganz Europa.

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Jakob Leufgens, Director Human Resources Samsung Electronics GmbH